Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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XXIII. Selten ein Unglück allein. Als Cäcilie wieder zu ſich kam, fand ſie Made⸗

moiiſelle Aspaſia beſchäftigt, ſie Salze einathmen zu

laſſen. Der Schrei, den das arme Mädchen ausge⸗ ſtoßen hatte, war bis an das Zimmer der Marquiſe gehört worden, und dieſe hatte ihre Geſellſchafterin ab⸗ geſchickt, um ſich zu erkundigen, was ſich zugetragen habe. Einen Augenblick ſpäter ging die Marquiſe ſelbſt, weil Mademoiſelle Aspaſia nicht zurückkam, in das Zimmer.

Ungeachtet der wenigen Uebereinſtimmung, welche zwiſchen beiden herrſchte, warf ſich Cäcilie in die Arme ihrer Großmutter, zeigte ihr das ſchreckliche Protokoll, deſſen eiſiger Inhalt mit einem Male alle ihre Hoff⸗

nungen, alle ihre Träume vernichtet hatte.

Dieſes Protokoll war das Erſcheinen des Todes ſelbſt, dieſes kalten, theilnahmsloſen, unerbittlichen Todes, dieſes Todes, der alle die Vorſichtsmaßregeln bei Seite ſetzt, welche die Güte Gottes, oder die Um⸗ ſicht eines Freundes in Anwendung bringt.

So konnte auch Cäcilie ewig nur wiederholen: Todt, todt, todt!...

Die Marquiſe war niedergeſchmettert; mit einem Blicke hatte ſie überſehen, in welch' ſchreckliche Lage ſie und ihre Enkelin durch dieſe Kataſtrophe verſetzt werde.

Alle ihre Hoffnungen auf Ruhe, auf Wohlleben und auf Luxus beruhten auf Heinrich de Sennones. Der Brief, welchen er acht Tage vor ſeiner Abreiſe von Guadeloupe geſchrieben, und in welchem er ſeiner Verlobten eine Schilderung ſeines kleinen Reichthums gegeben, hatte den Berechnungen der Marquiſe zur Grundlage gedient; und nun war Alles zu Ende. Hein⸗