Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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ließ, ſo fuhr ſie fort, täglich zwei oder drei Stunden an dieſer zu arbeiten, denn es ſchien ihr, daß ſo lange ſie daran arbeiten könne, fie ſich noch immer durch etwas an die Vergangenheit anklammere, und daß noch nicht alle Hoffnung, Heinrich wiederzuſehen, ver⸗ loren ſei.

Endlich kam ein Augenblick, wo jedes neue Hinzu⸗ fügen unmöglich wurdez; auch die kleinſten leeren Plätze waren ausgefüllt, das Hochzeitkleid Cäciliens war ertig.

Eiines Morgens hielt ſie es auf ihren Knieen, ſchüttelte traurig den Kopf und ſuchte vergebens eine Stelle, um noch eine kleine Blume, irgend eine nied⸗ liche Arabeske anzubringen, als plötzlich die Glocke er⸗ tönte. Cäcilie ſtand von ihrem Stuhle auf, ſie hatte den Zug des Briefträgers erkannt.

Cäcilie lief nach der Thüre; er war es wirklich. Er hielt einen Brief in der Hand; aber dieſer Brief war nicht von ſeiner Handſchrift, es war ein großer viereckiger Brief mit einem amtlichen Siegel. Cäcilie zitterte, indem ſie den Brief nahm.

Was iſt dies? ſagte ſie mit einer faſt erlöſchen⸗ den Stimme.

Ich weiß nicht, mein Fräulein, ſagte der Brief⸗ 4

träger;aber geſtern hat man uns verſammelt, um uns von Seite des Polizeipräfekten zu befragen, ob

wir nicht ein Fräulein Cäcilie de Marſilly kennen. Ich

antwortete, daß ich vor noch nicht langer Zeit mehrere Briefe an eine Perſon dieſes Namens ausgetragen habe, welche in der Rue du Coq⸗Saint⸗Honoré Nr. 5

wohnte. Man zeichnete meine Erklärung auf, und

dieſen Morgen ſtellte mir mein Chef dieſen Brief mit

dem Auftrage zu, Ihnen denſelben zu überbringen.

Er kommt vom Miniſterium der Marine.

Ach, mein Gott, mein Gott! rief Cäcilie,Was ſoll das heißen?

Ich hoffe, daß es eine gute Nachricht ſei, mein