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wieder kommen? Es war noch nicht ſo viel Zeit ver⸗ floſſen, um verzweifeln zu dürfen; Heinrich war um einige Wochen im Rückſtande, und das war Alles. Was er befürchtet hatte, konnte eingetreten ſein; ohne Zweifel hatte die ſchöne Anna an dem feſtgeſetzten Tage nicht abſegeln können. Heinrich war auf dem Wege, er berührte vielleicht jetzt England, er war jetzt vielleicht in Frankreich gelandet, er konnte kommen, ehe noch dieſe neubegonnene Arbeit vollendet war. Cäcilie, voll von einem momentanen Muthe und von einer ephemeren Hoffnung, ſetzte ſich zu ihrem Hoch⸗ zeitkleide nieder, und die neuen Stickereien gingen aus ihren Nadeln hervor, wie aus der einer Fee.
So verfloſſen drei Monate. Alle Bouquete waren vollendet, das Kleid wurde ein Wunder. Die, welche es ſahen, ſagten, daß es für eine Frau zu ſchön und daß es würdig ſei, der heiligen Jungfrau von Lieſſe, von Loreto, oder vom Berge Carmel dargebrächt zu werden.
tecii begann neue Blumen zwiſchen den Bou⸗ queten.
Eines Morgens trat Mademoiſelle Aſpaſia in das Zimmer des jungen Mädchens, was ein höchſt ſeltener Fall war.
„Was wollen Sie, Aſpaſia?“ rief Cäcilie.„Iſt meiner guten Großmutter etwas begegnet?“
„Nein, Gott ſei Dank, mein Fräulein; allein im Secretär iſt kein Geld mehr, und ich komme, um ſie zu fragen, wo ich welches bekommen werde?“
Ein kalter Schweiß trat auf Cäciliens Stirne; der lang gefürchtete Augenblick war gekommen.
„Es iſt gut,“ ſagte ſie,„ich werde darüber mit der Frau Marquiſe ſprechen.“
Cäcilie trat in das Zimmer ihrer Großmutter.
„Nun, theure Großmutter,“ ſagte ſie,„was ich vorausgeſehen hatte, iſt eingetreten.“
„Was, mein Herzchen?“ fragte die Marquiſe.


