Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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Wartens und der Unruhe ſchrecklich, ſo waren doch die Nächte noch ſchrecklicher. Dieſer unaufhörliche Gedanke, der ihren Geiſt beſchäftigte, den aber während des Tages die Vernunft bekämpfte, erwachte bei Nacht wie ein Geſpenſt, und da die Sinne ihn nicht mehr unter⸗ drückten, ſo quälte er ihren Schlaf mit ewigen phan⸗ taſtiſchen Erſcheinungen. Kaum war ſie eingeſchlafen, ſo erſchienen ihr bald ihre Mutter, bald Heinrich, dann begann eine ganze Dichtung von namenloſem Schmerze, welche ſie zu einem Erwachen voll von Schrecken, von Seufzern und Thränen führte.

SHeinrich war nun einen Monat länger aus, als er ſollte.

Um ſich zu zerſtreuen, nahm Cäcilie ihre Zuflucht zu dem armen Hochzeitkleide; ſie entſchloß ſich, den Grund deſſelben mit Bouqueten zu überſäen, wie ſie ſchon in die Ecken geſtickt hatte.

Dann quälte ſie noch ein anderer Gedanke, wel⸗ cher in ihrer Seele aufzutauchen begann; die Marquiſe fuhr fort, in ihrem ſorgloſen Egoismus zu leben. Eines Tages öffnete Cäcilie den Secretär, in welchem Alles war, was ſie und ihre Großmutter beſaß; es waren noch 1500 Franken da.

Sie eilte zu der Marquiſe und theilte ihr mit der

möglichſten Schonung ihre Befürchtungen mit.

Nun, ſagte die Marquiſe,wird von jetzt an bis zu dem Augenblick, in welchem dieſe 1500 Francs ausgegeben werden, das iſt in drei oder vier Mona⸗ ten von heute an, Heinrich nicht zurückgekehrt ſein?

Cäcilie öffnete den Mund, um zu ſagen:ja, aber wenn er nicht da iſt? allein die Worte erſtarben ihr auf den Lippen; denn es ſchien ihr, als dürfe ſie nicht an der Barmherzigkeit Gottes zweifeln. Es ſchien ihr, daß ſie, wenn ſie zweifeln würde, ihr Schickſal verdiene. Durch die Ueberzeugung ihrer Großmutter wieder etwas belebt, kehrte ſie auf ihr Zimmer zurück.

Und in der That, warum ſollte Heinrich nicht