Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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meinen angebeteten Engel! Iſt es wahr, daß alle meine Furcht grundlos war; iſt es wahr, daß Deine Güte niemals müde wird, und daß das Glück, welches mich bisher begleitete, nur der Vorbote jenes Glückes iſt, welches mich bis nach Frankreich begleiten ſoll.

Mein Gott, Du biſt gut, Du biſt groß, Du biſt barmherzig; ich danke Dir!

Oder eigentlich, mein Gott, nicht wahr, ſie iſt es, welche betet, welche wacht, welche es für mich und für ſich verdient?

Uebrigens habe ich in meiner Freude und in meinem Glücke einen Gefährten, Samuel, den armen Samuel, Sie erinnern ſich deſſen, des Lootſen, von welchem ich Ihnen geſagt habe, des Unglücklichen, dem einige hundert Franc fehlten, um glücklich zu ſein, wie uns einige Tauſende fehlten. Sie werden einſehen, daß ich mit tauſend Thalern das Glück dieſes Men⸗ ſchen begründete. Ich habe ihm dieſe tauſend Thaler in Ihrem Namen gegeben, Cäcilie. Bei ſeiner Rück⸗ kehr wird er Jenny heirathen, und wenn das erſte Kind ein Knabe ſein wird, ſo wird es Heinrich, iſt es ein Mädchen, ſo wird es Cäcilie genannt werden.

Acht Tage! Welch eine lange Zeit, acht Tage!

Acht Tage zu warten, ohne mich Ihnen nähern zu

können! Wenn man auf einem Schiffe, oder in einem Wagen iſt, ſo fühlt man doch wenigſtens, man mag durch die Schwingen des Windes fortgetrieben, oder durch Pferde fortgezogen werden, daß man ſich bewegt, daß man vorwärts kommt, daß man ſich nähert; und dieſe Bewegung gibt einen Troſt. Unſere Mutter wiegt uns, während wir ſchon groß find.

Ich glaube in der That, daß ich lieber vierzehn Tage länger auf dem Meere zubringen würde, wenn ich mich dagegen gleich auf den Weg machen könnte. Faſt zögere ich, Ihnen dieſen Brief zu ſchicken; Cäcilie, wenn Sie mich lieben, wie ich Sie liebe, was, wie ich fürchte, unmöglich iſt, und wenn unſer Fahr⸗

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