mit Ihnen, Cäcilie; Sie gehen an meiner Seite ein⸗ her, ich plaudere mit Ihnen, ich lache auf Sie; oft iſt die Täuſchung ſo groß, daß ich meine Hand aus⸗ ſtrecke, um die Ihrige zu ergreifen; dann verſchwinden Sie mir, wie ein Dunſt, und zerfließen, wie ein Schatten.
„Wenn das Schiff, welches Ihnen dieſen Brief bringt, einmal abgeſegelt ſein wird, ſo werde ich wahr⸗ ſcheinlich keine Gelegenheit mehr haben, Ihnen vor einem Monat oder ſechs Wochen zu ſchreiben; die Ge⸗ legenheiten ſind in dieſem Augenblicke hier ſelten, und in zwei Monaten werde ich zu Ihnen reiſen. Cäeilie, Sie begreifen, welch ein Augenblick es für mich ſein wird, wenn ich die Küſten Frankreichs, wenn ich Pa⸗ ris, wenn ich die rue du Coq wiederſehen, wenn ich die fünf Treppen hinauf ſteigen, wenn ich an Ihrer Thüre läuten, wenn ich zu Ihren Knieen niederſinken werde! Mein Gott, werde ich im Stande ſein, ſolch ein Glück zu ertragen, ohne wahnſinnig zu werden?
„Adieu, Cäcilie, ſo werde ich Ihnen ewig ſchrei⸗ ben, und warum? Um Ihnen hundertmal dieſelben Dinge zu ſagen und wieder zu ſagen. Adieu, Cäcilie; ich ſage Ihnen nicht, daß Sie an mich denken ſollen; es iſt unmöglich, daß ich allein ſo liebe, wie ich liebe. Adieu, Cäcilie. Beten Sie, beten Sie für meine Zu⸗ rückkunft; denn nur Ihrem Gebete verdanke ich, ich weiß es, bis jetzt dieſen Zuſammenfluß von Umſtän⸗ den, der ſo beſtändig glücklich iſt, daß ich, ich wieder⸗ hole es zum hundertſtenmal, vor ſo viel Glück erſchrecke.
„Adieu, Cäcilie; ich beauftrage eine ſchöne ver⸗ goldete Wolke, die ſo glänzend iſt, daß ſie das Aus⸗ ſehen eines Wagens der Engel hat, Ihnen alle meine
Grüße zu bringen; ſie zieht langſam gegen Frankreich
an dieſem glänzenden Himmel hin, von welchem man in unſerer Heimath keinen Begriff hat; und ſehen Sie, ſie entfaltet ſich, ſie nimmt die Geſtalt eines Adlers mit ausgebreiteten Flügeln an, um ſchneller zu eilen.
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