Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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und ein halbes Jahr! Da mußten Sie ungeheuer arbeiten.

Tag und Nacht, Madame.

Und Sie haben ein ſolches Werk zu dem Zwecke unternommen, daſſelbe zu verkaufen?

Ich habe es aus einem andern Grunde unter⸗ nommen, Madame.

Ich begreife, daß Sie nicht im Stande waren, dieſes Kleid zu verkaufen, Mademoiſelle; denn das⸗ ſelbe muß ſo viel koſten, als das Löſegeld eines Kö⸗ nigs beträgt. Ach ja, ich bin gezwungen, einen ſehr hohen Preis. 4 dafür zu fordern, und darum habe ich auch, ſo drin⸗ gend nothwendig ich des Geldes bedarf, bis jetzt noch keinen Käufer dafür gefunden.

Und welchen Preis verlangen Sie dafür? fragte 1 lächelnd der Prinz. Das junge Mädchen ſchwieg einen Augenblick, als 1 ob es ſich fürchte, die verhängnißvollen Worte den

Lippen entſchlüpfen zu laſſen, die ſo oft ſchon ihre Hoffnungen vernichtet hatten. Endlich ſagte ſie mit

kaum vernehmbarer Stimme:. Dreitauſend Frank. Wie meinen Sie? fragte Fernande. Dreitauſend Frank, wiederholte Cäcilie.

Bei Gott! ſagte die Schauſpielerin mit einer

Bewegung der Augen und des Mundes, welche un⸗

2 möglich beſchrieben werden kann.Bei Gott, das iſt theuer, aber es hat dieſen Werth.

In dem nämlichen Augenblicke rief das junge

Mädchen, indem es die Hände faltete und faſt auf die

8 Kniee ſank:

Madame, Sie werden, ich ſchwöre es Ihnen, eine heilige und edle Handlung begehen, wenn Sie es kaufen. 4

Mein Gott, ſagte Fernande,ich würde dieſes Kleid von Herzen gern kaufen, mein Kind, und ich ge⸗

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