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druck aber zeigte, daß ſie die ſo eben ausgeſprochenen Worte durchaus nicht verſtehe.
Inzwiſchen hob Cäcilie den Deckel des Car⸗ tons aus.
Fernande ſtieß einen Ruf der Bewunderung und der Ueberraſchung aus.
„O, dieſe wunderbare Robe!“ rief ſie, indem ſie mit der Haſtigkeit einer Frau, die ein Meiſterſtück der Toilette gewahr wird, ſich derſelben bemächtigte, ſie auf dem Sopha aus einander und die Hand unter den Stoff legte, um über die Feinheit des Muſſelins, und über die Schönheit der Stickerei urtheilen zu können.
In der That hatte man vielleicht zu Nancy, in dieſer Beziehung das Land der Wunder, nichts geſe⸗ hen, was dieſem Kleide glich, welches ſo mit Sticke⸗ reien beladen war, daß man nur mit Mühe den Muſ⸗ ſelin unter den ſchlankſten Stengeln, den zarteſten Blättern, den ſchönſten Blumen, die je den neidiſchen Blick einer Tochter Evas überraſcht hatten, durchſehen konnte; es war nicht das Werk eines Weibes; es war gewiß die launenhafte Schöpfung irgend einer Fee.
So wenig der Prinz eine ſolche Art von Meiſter⸗ ſtücken ſchätzen konnte, ſo erkannte er doch, daß dieſes leir ein Wunder der Geduld und der Geſchicklich⸗ eit ſei.
Fernande blieb einige Minuten in Betrachtung verſunken vor dieſen graciöſen Arabesken ſtehen; dann richtete ſie an Cäcilie die Frage:
„Wer hat denn dieſes Kleid geſtickt?“
„Ich, Madame,“ entgegnete Cäcilie.
„Und wie viele Jahre haben Sie zu dieſer Arbeit gebraucht?
„Zwei und ein halbes Jahr, Madame.“
„Das glaube ich gerne; ſehen Sie doch, Prinz, das iſt zum Vergnügen und nicht handwerksmäßig ge⸗
ſtickt und das macht die Sache noch koſtbarer. Zwei


