Teil eines Werkes 
3. Bd. (1835)
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Ohr und führte ihn vom Hochzeitsmahle in ſein Schlafgemach. Als ſie drinnen waren, verrie⸗ gelte er die Thüre und ſprach zu dem jungen Prinzen:Um's Himmelswillen, wie mochtet Ihr doch an einem ſo füßen Freudentage, da Euer Vater ſo ganz in dem Glücke Eures Bru⸗ ders ſelig iſt, und ſchon von den allerliebſten Engeln: ſeinen künftigen Enkeln träumt, ſo un⸗ geberdig ſein? O ich bitte Euch, ſagt ſelbſt, war das auch artig von Euch?

Ich wollte, entgegnete Ludwig wild,der Grobheitsteufel regierte mit einem Dreſchflegel die Welt! Verderben über Euch, daß ihr mich beſchwatztet, die Feuerprobe meiner Geduld und Mannhaftigkeit zu beſtehen; die Peſt und Gottes Donner über mich ſelbſt, daß ich ſo ein ſieben⸗ facher Thor ſein konnte, zu verſuchen, weit wie

meine Verſtellung reiche!

Gott! Gott! Ihr dauert mich in die Seele

hinein, verſetzte ihm der Freiberger.

Zum Henker mit dem Mitleid! rief Lud⸗ wig.Mitleid, Mitleid?! Unſere elende Schwach⸗ heit iſt's, die man alſo tauft! Ich will kein Mitleid, ich trete es mit Füßen, dies verdammte