Teil eines Werkes 
3. Bd. (1835)
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golſtadt geführt, einen Mann, der in der Ge⸗ ſchichte der Völker und Fürſten gar trefflich be⸗ wandert war und ſich darauf verſtand, die Kun⸗ den ſeiner Zeit durch die Schrift auch einer ſpätern Nachwelt zu überliefern. Dem trug Ludwig auf, jene Chronik von Baierland, die Andreas urſprünglich auf lateiniſch niedergeſchrie⸗ ben, zum Spiegel der Fürſten und zur Beleh⸗ rung des Volkes in die Mutterſprache zu über⸗ ſetzen; auch beſtellte er bei ihm einen vollſtändigen baieriſchen Stammbaum. Einmalhunderttauſend Dukaten und eine Menge ſeiner franzöſiſchen Kleinodien verwendete er, um durch den weiſen Meiſter Konrad Glätzel nach dem Vorbild des Ulmer Münſters Unſerer lieben Frau einen Dom in Ingolſtadt erbauen zu laſſen.

An demſelben Tage, da der erſte Stein zu dieſem Gebände gelegt worden war, richtete er ſeinem Sohne Wieland mit ungeheurer Pracht, wie er es von Frankreich her gewohnt war, die Hochzeit aus. In der ganzen Stadt war durch des Herzogs Freigebigkeit, Fröhlichkeit und Wohlleben vollauf. Allenthalben hörte man die anmuthigſten Weiſen fahrender Spielleute;