Teil eines Werkes 
3. Bd. (1835)
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Herſtellung des Friedens aus Welſchland heim⸗ gekommen war, mit der ſchönen Grafentochter Amalie von Wertheim zu vermählen.

Der Anblick Wieland's, des trefflichen, ſchö⸗ nen, an Leib und Seele wohlgerathenen Sohnes, verſcheuchte in Ludwig's Herzen, wenigſtens für einige Friſt, den Mißmuth über ſo langjährige Kränkungen, über ſo viele bitter getäͤuſchte Hoff⸗ nungen. Das alte vereiste Herz thaute dem rauhen Manne auf, heilige Erinnerungen an Ca⸗ neta und ſein kurzes Jugendglück überhauchten ſein Auge zuweilen mit Wehmuth und erweckten in ſeiner Bruſt das Bedürfniß nach Ruhe im Kreiſe der Seinigen. Bürgerſchaft und Geiſt⸗ lichkeit begannen die Segnungen des Friedens zu empfinden, welcher endlich nach ſo langen Jahren in das ruheloſe Herz einzog. Sein Haar war bleich geworden, ſeine Sitten und Reden zeigten ſich mild und leutſelig, wie ſeit langen, langen Tagen nicht. Es umgaben ihn ernſte, würdige, in allem Wiſſen tief erfahrne Männer, deren Kunſt und Gelehrſamkeit er fürſtlich lohnte. Aus Regensburg hatte er den Bruder Andreas vom Kloſter des heiligen Magnus mit ſich nach In⸗