1 — 258— ließ nichts von ſich hoͤren— ſo herrſchte denn tiefe Stille in der kleinen Pfarre. Die Klagen des 6 Paſtors ſchwiegen, er hatte viel zu thun, und das i Licht brannte den kurzen Tag hindurch in ſeiner n 4 1 Studirſtube, dunkle Stellen der Bibel zu beleuch⸗ V 1 1 ten, und die Abbreviaturen ſeiner eignen Handſchrift 6 in dem Entwurf der Weihnachts⸗Predigten.— Eliſabeth war, ſeit es ſich mit ihrem Va⸗ 5 ter beſſerte, einer großen Laſt enthoben, die ihr 1 ſanftes Gemuͤth druͤckend empfunden hatte. Sie ſ 6 athmete leichter, ja zuweilen ſchwellte ihr eine ge⸗ 1 heime Feder in der Elaſtizitaͤt der Empfindung 1 das Herz, und es erhob ſich dann in einem hoͤ— me heren Gefuͤhl als dem der Befreiung. Ihr Leben floß zwar einfoͤrmig, ohne Freude dahin, nur der ſer Fleiß lieh ihm ſtillen Reiz, und die Ruhe be⸗ nit lohnte den Tag, der unbemerkt im Geleite haͤus— tn licher Pflichten vergangen war; aber Eliſabeth d kannte auch eitles Streben, und die Unluſt geſaͤt⸗ z0 tigter Wuͤnſche nicht. Sie hatte nur eine Sorge, Kf eine Sehnſucht, und da die erſtere ſich zu heben d ſchien, war es ihr nun auch, als wuͤrde die letz⸗ 96 1 tere fruͤher oder ſpaͤter befriediget werden. Iſt d 1 es nicht immer ſo, daß wir mit einer erfuͤllten u Hoffnung die Gewaͤhr fuͤr alle uͤbrige in gewiſſen ln 1 *
Vorausbeſitz nehmen?—


