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Elisabeth : Erzählung / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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kuͤßte die hagerer Hand des Doctors ehe er es hindern konnte, und eine dankbare, freudige Zaͤhre netzte dieſe geſegnete Hand, welche ſo manchen Spruch des Lebens geſchrieben.

Paſtor Dagon kam ſehr bald zuruͤck, er hatte ſich unglaublich beeilt, und das Kind den heiligen Geiſt wie im Fluge empfangen. Schauernd ent⸗ ledigte er ſich des rauſchenden Talars und der Agende, und bat den Arzt, der nach der Uhr blickte, noch ein Glaͤschen alten Ungar anzuneh⸗ men, auf daß inneres Feuer auf der kalten, abend⸗ lichen Reiſe vorhalte.

Eliſabeth holte eine bemoſete Flaſche aus dem Winkel des Kellers, und ſchwerlich duͤrfte die reizende Hebe dem weiſen Chiron, wenn er als ein Sohn des Saturn im Rath der Goͤtter ſich befaͤnde, mit holderer Miene Nectar gereicht haben, als womit Eliſabeth ſeinem greiſen Schuͤler, einem Maͤnnchen, das aus dem Geſchlecht der Pygmaͤen entſproſſen ſchien, den koͤſtlichen Wein credenzte, der noch ſeit ihrem Tauftage aufgeho⸗ ben lag.

Wenn ich wieder zu Ihnen komme, ſagte der Doctor, indem er zur Dankſagung trank: fuͤr heute iſt es nun ſchon zu ſpaͤt, als daß ich mich laͤnger noch aufhalten koͤnnte: ſo bitte ich