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Elisabeth : Erzählung / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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reden. Er wollte ihr Zeit goͤnnen, ihr Beſtes ſelbſt zu bedenken.

In dieſer ſchweigſamen Mißlaune ſagte er ihr auch nichts, daß er einen Boten beſtellen ließ, den er uͤber die Grenze nach dem boͤhmiſchen Arzt ſenden wollte. Er ſchrieb, und ſetzte ſeine Krank⸗ heit ſo weit der Raum des Briefes es geſtattete, eines Langen und Breiten auseinander, fuͤgte das Rezept und einen Auszug ſeiner Geſchichte hinzu, auf daß der Doctor pruͤfen moͤge, ob es anzuwen⸗ den ſey und bat um einen baldigen Beſuch des Arztes.

Schon am folgenden Tage kam der Doctor Siegfried, und brachte den Boten ſelbſt zuruͤck. Eliſabeth erroͤthete froh, als der Genannte in die Stube trat. Ein kleines, braunes, duͤrres Maͤnn⸗ lein, tief in Pelz vermummt, ein leibhaftiges Bild des Winters; aber ſeine Wiſſenſchaft und Kunſt hatte ihn nicht allein auf einen gruͤnen, ſondern, wie die Sage ging, auf einen goldnen Zweig gebracht. Weder der Begriff ſeiner Schaͤtze, die er auf einem oͤden Schloſſe huͤtete, und welche unmoͤglich Fruͤchte ſeiner Praxis ſeyn konnten, da er faſt durchgaͤngig nur ein Arzt der armen war, noch der Gedanke an die Wunder, welche er nach der Meinung des Volkes gethan haben