tiefſte Friede in mir wohnhaft war. Ich ſehnte mich zu Bette, um allein zu ſeyn mit meinen Ge⸗ danken. Das Bild des Juͤnglings, wie er mit der Blaͤſſe des Todes, und ſterbenden Blickes von den Stufen des Altars zu mir aufſchauete, wollte nicht weichen, wie tief die Nacht auch um mich dun⸗ kelte. Ich betete fuͤr ihn, und entſchlummerte ſpaͤt. Aber noch im Traume aͤngſtete mich ſeine leidende Geſtalt, und die Schuld, womit er ſich beladen haben ſollte. Waͤhrend meine Seele in wuͤſtem Abmatten wirkſam war, webten ſich heidniſche und chriſtliche Vorſtellungen unter einander. Du mein Vaͤter⸗ chen, hatteſt vor einigen Tagen die Elektra des Sophokles geleſen, und mir mehrere Stellen daraus mitgetheilt. So ſah ich den Fremden im Traum, und wußte, daß es Oreſtes waͤre. Blut traͤufte
von ſeinen fliehenden Ferſen, und graͤuliche, dun⸗
kle Schatten ſtiebten hin aus dieſer Spur, tropfen⸗ weiſe mit verſiegendem Leben gefaͤrbt. Das ſind die Eumeniden! dachte ich, und zitterte von ferne. Dann war der Juͤngling am Ort der Strafen, und lehnte matt und hinfaͤllig an einem ſchwarzen Pfeiler, der in ewiger Finſterniß gegruͤndet ſchien. Funken umſpruͤheten ſeine Blaͤſſe wie im Tanz von kleinen Feuergeiſtern, eine fuͤrchterliche Lohe leckte mit gluͤhenden Zungen hinter ihm, und eine
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