ter des Taͤufers. Aber nun traf ich ſie zuweilen unverſehends in der Kirche, wo ſie vor den Stu⸗ fen des Altars auf den Knieen lag, und, die Blicke aufwaͤrts gerichtet, ſtill vor ſich betete. Dies daͤuchte mir die Inbrunſt mehr eines verſchwie⸗ genen Leidens, als des Glaubens, zu dem ſie
ſich bekannte. Du weißt es ja, meine Tochter,
daß ich dieſem Bilde der heiligen Eliſabeth, wel⸗ ches einſt eine Boͤhmiſche Edelfrau unſerer Kirche ſchenkte, alle Ehre goͤnne, wie dem Andenken jener frommen Fuͤrſtin ſelbſt; aber es aͤngſtete mich doch, Deine Mutter koͤnnte ihrer wahrhaf⸗ tigen Religioſitaͤt durch irgend einen Wahnbegriff ſchaden.— Ich ſagte einſt wie im Scherze zu ihr: es iſt eine heimliche Katholikin in unſerer Ge— meine— daͤchteſt Du das wohl meine Luiſe? Sie ſah mich fragend an, und ein feines Roth der Ahnung uͤberzog ihr Geſicht; leiſe und laͤchelnd ſprach ſie die Strophen aus ihrer Lieblings⸗Arie:
Wort gehalten wird in jenen Räumen, Jedem ſchönen, gläubigen Gefühl.— „
Nun, ſo wage Du, zu irren und zu traͤumen,— antwortete ich, und ließ ſie gewaͤhren.
Der Fruͤhling brachte Dich uns, Du biſt ein Kind des Lichts, meine Eliſabeth. Bei Deiner Taufe war die Kirche zu Ehren einer großen
— Nach⸗
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