ſen, und dahin rechne ich es auch, wenn die Ehr⸗ furcht vor den geheiligten Perſonen des Thrones, den Blick der Neugier beſcheiden niederhaͤlt.“
Eliſabeth ſah ihren Vater fragend, mit einem kindlichen Zweifel in der offnen Miene an, und ſprach:„man ſieht ja aber getroſt zu dem Re⸗ gierer der Welt auf, und als der Sohn Gottes noch auf Erden wandelte, folgte uͤberall eine neu⸗ gierige, oder huͤlfsbeduͤrftige Schaar ſeinen Spuren nach.— Ich haͤtte das Herz, die Fuͤrſtin anzu⸗ reden.“ Bei dieſen Worten leuchtete ein feiner Purpur in Eliſabeths zarten Wangen auf, der die innere Flamme ihres edlen Muthes verſicht⸗ barte. Der Paſtor ſah mit einem wohlgefaͤlligen Laͤcheln, dem der Spott der Erfahrung eine feine Linie gab, dies Erroͤthen ſeiner Tochter. „Du, meine ſcheue Taube?“ antwortete er:„ich glaube ſchwerlich. Es iſt ein gar eigenes Ge⸗ fuͤhl, vor einem koͤniglichen Blicke zu ſtehen. Was haͤtteſt Du auch zu begehren? Dein einfaches Geſchick haͤngt nicht von ſolch hohen Beziehun⸗ gen ab, und der Faden menſchlicher Verhaͤngniſſe laͤuft durch Gottes Hand.“
Eliſabeth ſchoͤpfte, als ihr Vater dies ſagte, einen tiefen Odemzug aus dem Born des Lebens, mit heimlicher Sorge beladen, mit unterdruͤck⸗


