— 2—
2
Wie unter einem duͤnnen Silberflor flimmern
von aͤtheriſchem Glanz, erſchienen die Berge, die fernen Waldſpitzen, die Flaͤchen und Gruͤnde, und die Ortſchaften lagen wie verſtreutes Silber da. Still, im einſamen Reize der Alterthuͤmlich⸗ keit ruhete die Ruine, der leiſe Duft des Herbſtes umſchwebte den kleinen, engen Burggarten, und die grauen Geſimſe der Mauer. Kein Laut regte ſich— ſelbſt der Athem der Luͤfte, als waͤre die muͤtterliche Bruſt der Natur voll tiefen Friedens, ſtreifte ſacht und lind von den Baͤumen welke Blaͤtter, die wie abgebluͤhete Freuden im Scheine der Erinnerung golden glaͤnzten. In Salzbrunn fing es an zu laͤuten; der hehre Klang der Glok⸗ ken wiegte ſich in weiten Schwingungen des Schalles, dem Paſtor rieſelte ein frommer Schauer vom Scheitel bis zur Sohle hinab, ein Hauch der Andacht entfaͤrbte fuͤr einen Moment ſein kraͤftiges Geſicht, er faltete die Haͤnde in Segnen und Wohlthun geuͤbt, und beugte ſich im Geiſte vor Dem, deſſen ſchoͤnſter Tempel die Natur, und ein zu ihm erhobenes Menſchenherz iſt. „Eliſabeth!“ ſagte er nach langem, feiernden Schweigen, und blickte ſich nach ſeiner Tochter um:„Du ſagſt nichts? wie iſt Dir hier zu Muthe?“ Eliſabeth hatte abwaͤrts geſtanden, ihre
„
ſanfte kle, b Sehr Fra⸗ und Buſ um zu! wir einm
Seli


