E⸗ war an einem heitern Herbſtmorgen das Ende des Octobers, als der Paſtor Dagon, Seelſorger eines Dorfes nahe der boͤhmiſchen Grenze, mit ſeiner Tochter Eliſabeth den Weg hinan ſtieg, der in Fuͤrſtenſtein, dieſem Kronjuvel unter den erhabenen Schoͤnheiten Schleſiens, zu der alten Burg fuͤhrt. Unbeſchwert durch koͤrperliche Laſt, wie ſolche oͤfters die behagliche Ruhe alternder Geiſtlichen anſchaulich macht, in der ſie ihres heiligen Amtes warten, und des Leibes pflegen, erklomm der wuͤrdige Dagon, obſchon ein Sechzi⸗ ger bereits, ruͤſtig den ſteilen Pfad. Die Lichter
des Morgens huͤpften vor ihm her, und in dem
blanken Knopfe ſeines Stockes, den er voran ſetzte, um den Tritt zu ſichern, funkelte blendend das Kleinbild der Sonne. Leicht, mit ſchweben⸗ dem Gange, nur durch die eigene Schwungkraft geſtuͤtzt, folgte das ſchlanke Maͤdchen. Sie waren
nun oben, und das praͤchtige Panorama der Aus⸗
ſicht breitete ſich rings vor ihren Blicken aus. 1


