— 228—
Seiner Buße heiße Thraͤnen Hatten ſeine Schuld verſöhnt!— Da erwacht der Liebe Sehnen— Und der Herr hat es gekroͤnt! Töochter, Söhne, Freundestreue, Trifft er wieder am Altar:
Wo ſein Enkelkind, das ſchoͤne— Braut im Myrthenkranze war! Baum nun auf des Eilands Matten,
Schatten gebend aufgepflanzt! Neige dich in Dankesrauſchen—
Von dem Pflanzenkreis umtanzt!— Und es ſchall in allen Landen,
Tön aus jedes Glaubens Chor: Lobt den Herrn! der uns erhalten!
Zu ihm, Hymne!l ſteig empor!—
Alle waren entzuͤckt und im Hoͤren verſunken,
als die heilige Hymne, wie auf Nachtigalltoͤ⸗ nen getragen, in hoher Gottesſchoͤnheit durch den Dom gezogen kam, alle Blicke lenkten ſich auf den Engelknaben, der, am Pfeiler gelehnt, im bunten Farbenſchimmer der durch die far⸗ big gemalten Fenſter jetzt hereinblitzenden Son⸗ ne, wie ein Verklaͤrter da ſtand, und die Harfe geſchlagen hatte! Der Pilger aber riß ſich los von ſeinen Kindern, ging zu dem Saͤnger, und ihn bei der Hand ergreifend, fuͤhrte er ihn mit⸗ ten in den Kreis der Seinen.„Wenn Ihr mein Leben werth achtet(ſprach er geruͤhrt und feierlich) ſo neigt Euch alle— vor der holden
—Q—


