Teil eines Werkes 
2. Theil (1827)
Entstehung
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und Klagen, denn es war ihr immer, als drohe ihr der Schatten des ermordeten Kindes ihrer Wohlthaͤter, und die Thraͤnen der gegen ihren Sohn ſo großmuͤthigen Editha fielen blutig in ihre Bruſt. Das war die Urſache ihrer Ergeben⸗ heit, ihrer Treue, ihrer Anhaͤnglichkeit, ſie trug die ſchwere, nie zu verringernde Laſt ihrer Schuld. Als ihr Sohn Marien rettete, als ſie ihn fuͤr das ſchoͤne Maͤdchen aufflammen ſah in der ge⸗ faͤhrlichen Leidenſchaftlichkeit ſeines Vaters, da zog eine dunkle ſehnſuͤchtige Ahnung durch ihre Seele, Marie koͤnne die von ihr geraubte Blanka ſeyn, und dieſes Gefuͤhl beſtaͤtigte ſich, als ſie das Band der Sympathie zwiſchen Editha und ihr erblickte. Allein nur mit Burkhard, in dem ſie endlich den ſo lange verſchwundenen Zingalo erkannte, ward ihr die freudige Beſtaͤtigung derſelben, und jetzt zwang ſie dieſen zu ſchwei⸗ gen, bis das Gluͤck ibres Sohnes feſt begruͤn⸗ det ſeyn wuͤrde, denn noch hielt ſie es fuͤr un⸗ moͤglich, daß der Graf ihm ſeine Tochter geben werde, wenn er ſeine Herkunft und ihren Be⸗ trug erfuͤhre; ohne Burkhard haͤtte ſie vielleicht lange noch geſchwiegen, denn es koſtete ihrer trotzigen Gemuͤthsart kein kleines Opfer, ihre Vergehen zu enthuͤllen, und ſie wußte, daß es