Teil eines Werkes 
2. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

214

Du weißt Alles!(antwortete er, mit auf die Bruſt geſunkenem Haupte) Enthebe mich der Quaal ſolcher Eroͤffnungen! Laß mich gehn, und in der Stille meine Irrthuͤmer beweinen; denn meines Bleibens iſt hier nicht mehr!

Ich laſſe Dich nicht!(rief jetzt Holm, ſeine Arme lebhaft um ihn ſchlingend) mir warſt Du der treueſte, ſorgſamſte Freund! mir retteteſt Du das Leben in den Gefahren! ich laſßf Dich nicht! Eine namenloſe Empfindung kettet mich an Dich!

Da umfaßte ihn der Page mit ſtuͤrmiſcher Zaͤrtlichkeit.Sey geſeegnet, mein Sohn! rief er, riß ſich los und ſtuͤrzte hinaus.

Laßt ihn!(rief Burkhard, Holmen zu⸗ ruͤck haltend, der ihm nacheilen wollte) Viel hat dieſe wunderliche Seele mit ſich ſelbſt abzu⸗

machen, und was ich Euch uͤber ſie zu ſagen ha⸗

be, muͤßt Ihr, Ritter! vorzuͤglich hoͤren! Wer iſt aber dieſes betruͤgeriſche, und doch ſo einnehmende Geſchoͤpf?(fragte Trautwangen) Es hat uns Iahre lang getaͤuſcht, und doch iſt Niemand unter uns, der es haſſen koͤnnte! Es hat uns eine unheilbare Wunde geſchlagen, in⸗ dem es uns unſre Tochter nahm und hat oft ſein Leben in der Schlacht fuͤr unſre Soͤhne ge⸗