Teil eines Werkes 
2. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1 9 4 2 , 5 n d 4 j 4 1 4 1 t

in kriechende Unterwuͤrfigkeit uͤber, warfen ſich zu des Ritters Fuͤßen, und ſchworen, ſeinen Be⸗ fehlen, an der Stelle ihres Gebieters, zu gehor⸗ chen. Endlich gelang es dieſem, ſeine unnenn baren Empfindungen zu bemeiſtern, und er be⸗ nutzte dieſe ihre guͤnſtige Stimmung, dem Kran⸗ ken einen Arzt holen zu laſſen, und ſich ſelbſt ſei⸗ ner Pflege ſorgſam zu unterziehen. Allein nur geringe Hoffnung vermochte dieſer zu geben; zu ſicher hatte Trautwangens Arm getroffen, die Gerechtigkeit des Himmels ſelbſt hatte ihn ge⸗ fuͤhrt, und der bedauernswerthe Vater mußte dem Augenblicke entgegen ſehen, wo er ſeinen kaum erſt wiedergefundenen Sohn, in der Bluͤthe maͤnnlicher Jahre, Kraft und Schoͤnheit, wuͤrde ſterben ſehen, ohne ihm die Kenntniß, wie nahe er ihm angehe, eroͤffnen zu koͤnnen.

In dieſem tief empfundenen Jammer kam er zu Editha zuruͤck, und in ihrem ſanften, ge⸗ fuͤhlvollen Herzen den alleinigen Troſt fuͤr ſein tief erſchuͤttertes Gemuͤth erblickend, eroͤffnete er der geliebten Tochter ſeine traurige Entdeckung. Bereit war ſie, wie er von ihr erwartet hatte, den Bruder anzuerkennen, und weit entfernt an etwas Andres zu denken, als an ſein Ungluck, theilte ſie den Schmerz ihres Vaters, den ſie