— 2⁰2—
Boden. Der edle Ritter verſchmaͤhte es, dem uͤberwundnen Gegner den Todesſtoß zu geben, er ſtieg jetzt vom Roß, luͤftete den Helm, und ermattet, aber unbeſiegt, aufs Schwerdt geſtuͤtzt, ſah er offnen Blickes, aber noch immer heraus⸗ fordernd, um ſich her. Die Herzogin ſandte ihm einen ſtaͤrkenden Labetrunk im goldenen Po⸗ kal, und aͤngſtigte ſich um den Ausgang der Sache, da er bereits im Kampf ermattet, noch einen entſetzlichen Gegner zu erwarten hatte; waͤhrend ſeine Leute den in toͤdtlicher Ohnmacht
liegenden Muskitos fort trugen, wandte ſie ſich
mit himmliſcher Anmuth zu ihren Gemahl: „Laßt mein theurer Herr und Gebieter (flehte ſie) dieſen zweimal davon getragnen Sieg entſcheidend ſeyn fuͤr Edithas Unſchuld! Wird jetzt ihr Ritter uͤberwunden, ſo wird dies nur die Folge ſeiner uͤbermaͤßigen Anſtrengung ſeyn, hat er doch zweimal geſiegt, darum laßt das Blutvergießen enden und das Urtheil Gottes gelten.“ Der Herzog ſchwankte, Bellamo um⸗ faßte ſeine Kniee, der Narr ſchuͤttelte, weich zu ihm hinblickend, ſeine Schellen, da drang Pa⸗
ter Ambroſius vor und ſprach:
„Seht Ihr denn nicht, Herr Herzog, daß es der Boͤſe ſelbſt iſt, der in der Geſtalt eines
—


