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Ein neugebornes lebendes Maͤgdlein, das ſich ſeinem finſtern Kerker entwunden, und die todte Mutter verlaſſen hatte— Eure und Edithas Tochter!“
Der Ritter ſchwankte, ſchlug jetzt das Helm⸗ gitter auf, um Luft zu ſchoͤpfen, und einen tie⸗ fen Seufzer ausſtoßend, ſtand er wie ein leb⸗ loſes bleiches Steinbild; dann ſprach er leiſe:
„und meine Gattin?“—
„War todt!(fuhr Marina eintoͤnig fort, die Blicke feſt auf ſeine Zuͤge geheftet) ſo gewiß
todt als jetzt der Vollmond untergehn wird, um
dem Stern des Morgens Platz zu machen. Aber das Kind lebte, war weiß wie das Laͤmmlein der Haide, und friſch, zart, und ſchoͤn wie das fruͤh erſtandne Schneegloͤcklein. Meine Soͤhne nahmen die Kleinode und den prachtvollen Gold⸗ ſtoff, und legten das ſchoͤne Weib in ihren leinenen Schlafkittel ſanft und ehrerbietig wiederum zur Ruhe, ich nahm die Kleine und verſorgte ſie; hat der Schatten ihrer Mutter uns in dieſer Stunde umſchwebt, wahrlich! ſo zuͤrnte er ge⸗ wiß nicht, ob ſolches Loͤſegeldes fuͤr das Leben des Kindes, das ohne unſre Habgier ein ſichrer und elendiglicher Raub des Todes worden waͤre.“ „Du haſt ſie verſorgt!(ſtoͤhnte der Rit⸗
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