— 8—
hatte, und als die Krieges Wuth vor dem ge⸗
aͤngſteten Frankenthal tobte, fielen die beiden
juͤngſten Bruͤder, die ſich nicht von einander hatten trennen wollen, zu gleicher Zeit auf den Mauern, denen ſie zur Bruſtwehr dienten, und blieben auf dem blutigen harten Bette der Eh⸗ ren. Dem Vater Andreas brach dieſe letzte Trauer⸗Poſt das Herz— vielleicht reute es ihm jetzt, nicht wenigſtens einen der geliebten Juͤnglinge zuruͤck gehalten zu haben, und die arme Elsbeth verlor bald darauf ihren treuen Beſchuͤtzer zu einer Zeit, wo die angeſchwollnen wilden Kriegesfluten ſogar ihre einſamen Hd⸗ hen zu bedrohen anfingen, und ſie mit Editha ganz verlaſſen ſtand. Tief empfand die zaͤrt⸗ liche Mutter, die treue Gattin und Hausfrau ihren unerſetzlichen Verluſt, aber ſie war eine Chriſtin, und verzagte nicht, ſo verwundet auch ihre Seele war:„Der Herr hatte ſie mir ge⸗ geben, er hat ſie genommen, ſein Name ſey ge⸗ lobet, denn er iſt meine Zuflucht in den großen Noͤthen, die mich troffen haben,“ ſprach ſie, und ganz auf den Beiſtand des Hoͤchſten ſich verlaſſend, traf ſe mit Umſicht und Standhaf⸗ tigkeit alle Anſtalten und Vorkehrungen, die eine ſo kritiſche Zeit unerlaͤßlich machte. Das
.


