Teil eines Werkes 
2. Th. (1824)
Entstehung
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317 kommen, wo Valedia den Schleier nehmen ſollte, und ſchon der Tag beſtimmt, an welchem die Ce die gewoͤhnlich mit der groͤßten Pracht Alle Fuͤrbitten, von Valedia's Freunden und Verwandten konn⸗ ten den feſten Entſchluß der gereizten Aebtiſſin nicht wankend machen. Selbſt die gewoͤhnliche Probe zeit ward abgekuͤrzt; zwei Monate nach Almi⸗ rens Tode ſollte Valedia daher ihr unfreiwil⸗ liges Geluͤbde ablegen, ein Geluͤbde, welches der Menſch vermoͤge ſeiner ſchwachen Natur nur ſelten ohne Reue leiſtet.

Antonio gerieth bei dieſer Kunde faſt ganz außer ſich, er vergaß Almiren uͤber ſeinen Schmerz fuͤr Valedia, auch waren ſeine Freunde zuletzt nicht mehr im Stande, ihn zu troͤſten. Seit er die Unmoͤglichkeit einſah, dieſe Sache zu hin⸗ dern, beſchloß er ſelbſt Zeuge jener tragiſchen Auf⸗ opferung fuͤr ſeine Sache zu ſeyn, und wollte dann ebenfalls hinter Kloſtermauern ſein Leben be ſchließen.

Endlich erſchien der gefuͤrchtete Tag. Von tauſend beunruhigenden Gefuͤhlen bewegt, nahmen ſeine Freunde gleich bei Eroͤffnung der Kloſterkirche ihre Standpunkte ein, und bald wurde das Ge⸗

draͤnge immer geoͤßer, da ſich das Gericht verbrei⸗ II. Thell. 2

remonie, gefeiert wurde vor ſich gehen mußte.