506 hatte Berenice ihre Erzaͤhlung geendet, bei de⸗ ren Schluſſe ſelbſt die laͤngſt abgehaͤrteten Inqui⸗ ſitoren nicht unbewegt blieben. Wie zur Ehre der Menſchheit zeigte ſich das innigſte Mitleid auf ihren gewoͤhnlich kalten Geſichtern. Allgemeines Schweigen herrſchte fuͤr einige Zeit in der ganzen Verſammlung, da die Reihe jener graͤßlichen Auf⸗ tritte hinlaͤnglichen Stoff zum Nachdenken gab. Endlich erhob ſich aber der oberſte Richter, ſchlug ein Kreuz und begann.
„Sicher ſind die Begebenheiten, die dieſe Nacht
enthuͤllte, die wunderbarſten Annalen des Juſtituts. Vorfaͤlle hat die Vorſehung enthuͤllt, welche durch menſchliches Wiſſen ſicher nicht an's Licht gekommen waͤren. Eine lange Kette von Umſtaͤnden und Thatſachen fuͤhrte endlich zu einem entſcheidenden Ausgange, damit die Schulbigen den Lohn ihrer Verbrechen erhalten. Noch immer bleibt aber ein Umſtand unerklaͤrbar, und zwar Fernando's Verhaͤltniß mit dem wandernden Geiſte des Gra⸗ fen Ferendez.“
„Wiſſet denn,“— begann Berenice jetzt,— „daß dieſes ungluͤckliche Phantom Fernando'n ewig verfolgt, ſobald es nicht zur Ruhe gebracht wird. Stets begleitet es ihn unſichtbar, und ſitzt
lei di dem b ingſte 5 tenie „Wo nicht


