Teil eines Werkes 
2. Th. (1824)
Entstehung
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es unbedingt noͤthig ſey, ſobald ſie ſich aus jenen ihr verhaßten Mauern retten wollte. Leider aber toͤnte ihr Seraphinens fuͤrchterliche Prophe⸗ zeihung noch immer in den Ohren und erfuͤllte ſie mit der groͤßten Zaghaftigkeit. Unaufhoͤrlich wie⸗ derholte ſie ſich jenen wunderbaren Auftritt, bis ſie bange und duͤſtere Ahnungen endlich aller Zu verſicht beraubten. Vergebens ſuchte ſie die Be klemmung ihres Geiſtes durch alle erdenklichen Ver⸗ nunftgruͤnde zu verbannen und die ganze Scene auf Rechnung ihrer Einbildungskraft zu ſetzen. Mit aͤngſtlicher Genauigkeit zaͤhlte ſie die Tage und ſchauderte jetzt maͤchtig zuſammen, als ſie fand, daß dieſelbe Nacht, in der Antonio die Zuſammenkunft mit ihr verlangte, gerade die Neunte waͤre, ſeit der Weiſſagung jener himmli⸗

ſchen Erſcheinung.

O Gewiß waltet ein geheimnißvolles Schick⸗ ſal uͤber mir, jammerte ſie endlich, als ſie ſich etwas erholt hatte.Mit Rieſenſchritten naͤ⸗ hern ſich nun die Augenblicke, die mich in die Arme meiner verklaͤrten Freundin fuͤhren ſollen. Himmel! und beim Bruche meiner heiligen Pflicht ſollte ich vom Tode uͤberraſcht werden! Nein, ich darf Antonio's Begehren nicht erfuͤllen. Womit