12 Euch aber an Mitteln und Erfahrung fehlt, mich heilen zu koͤnnen, ſo verlaßt mich denn, gute Va— ledia.“
„Da ſieht man nun, wie ſuperklug Ihr einge⸗ bildete Maͤnner, Ihr Herren der Schoͤpfung ſeyd,“ verſetzte Valedia.„Einen verliebten Mann ſich ſelbſt uͤberlaſſen zu wollen, iſt doch goͤwiß die ſchlechteſte Methode, ihn zu heilen.“
„O ſcherzt nicht uͤber Dinge, die Ihr kaum ahnen koͤnnt,“— rief Antonio jetzt mit ern⸗ ſtem Tone.„Sagt mir, Valedia, habt Ihr jemals geliebt? Um des Himmelswillen aber ernſt⸗ haft geantwortet; ernſthaft, ſage ich, Valedial“—
„So ernſthaft als nur immer moͤglich;“— ſeufzte das ſchoͤne Muͤhmchen—„alſo: ja, ich habe geliebt.“
„So laßt uns denn Vertraute werden,“— ſagte Antonio;„glaubt mir, die Liebe iſt eben ſo geſchwaͤtzig wie das Alter.“
„Und auch ſo muͤrriſch,“— verſetzte Vale— dia.„Doch auch ich habe eine Frage an Euch: Habt Ihr keine neuen Nachrichten von Eurem Freunde Fernando?“
„Leider! keine,“— ſeufzte Anronio. „Muß auch zugleich geſtehen, daß ich fuͤrchte, daß das allgemeine Geruͤcht fuͤr dieſes Mal die


