aber nicht erweichen. Ganz offen beſchuldigte ſie ihn der Abſicht, ein junges Gemuͤth in ſeiner Andacht zu ſtoͤren und den Geiſt weltlicher Luͤſte in ihr Hei— ligthum zu verpflanzen. Erſt nach einer langwei⸗ ligen Abhandlung uͤber ſein ſuͤndenhaftes Begehren entließ ſie ihn mit der Verſicherung, daß ſie Almi⸗ ren nie geſtatten wuͤrde, mit einem andern Manne als ihrem eigenen Vater zu reden, am allerwenig⸗ ſten aber mit einem jungen Herrn, der in der gottloſen Abſicht wie der Wolf um die Huͤrde ſchli⸗ che, um ihrer unſchuldigen Heerde ein Schaͤfchen zu rauben.
Nur zu gut ſah Antonio jetzt, daß er die Stangen des Eiſengitters, die ihm den Eingang verwehrten, weit eher zum Mitleid bewegen wuͤrde, als das kalte fuͤhlloſe Herz der Aebtiſſin. Unwil⸗ lig verließ er daher das Kloſter, in dem ſein ein⸗ ziges Lebensgluͤck verſchloſſen war, und gab ſich alle Muͤhe, einen neuen Entwurf zu erſinnen, der ihn zum Ziele fuͤhren ſollte.⸗
Nach mehreren fruchtlos vertraͤumten Tagen nahm er endlich ſeine einzige Zuflucht zu einem der Moͤnche, ſtellte ihm vor, wie ungerecht es ſey, Almira wider ihren Willen einzukerkern, ſchil⸗ derte ihm die Staͤrke ſeiner Leidenſchaft und ver⸗ ſprach, daß er ihm vermoͤge ſeines Ranges und


