Teil eines Werkes 
1. Th. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

antwortete Fräulein Ellrich, und kaute an ihren Nägeln. „Wollen Sie ſich denn nicht emancipiren?“

„Von der Weiblichkeit keineswegs.“

„Georges Sand iſt ächtes Weib. Sie ſucht die Liebe.“

„Leider thut ſie es bei— Liebhabern,“ ſagte Cäcilie und erhob ſich, um dem Geſpräch ein Ende zu machen. Sie nannte höchſt ungern gewiſſe Dinge beim rechten Namen und war gereizt, weil Fräulein Ellrich ſie gewiſſermaßen dazu gezwungen hatte. Das kleine Fräu⸗ lein im judasfarbnen Kleide war nicht ſo leicht abzu⸗ ſchütteln.

„Hat man in Paris Ihre Ankunft angezeigt?“ fragte ſie, zu Cäcilien in die Höhe guckend.

„Auf der Polizei? Oder bei der Geſandtſchaft? Ich denke wohl, wenigſtens bin ich in Paris durch keine zu⸗ dringlichen Fragen beläſtigt worden,“ entgegnete Cäcilie und ſah ſich nach irgend einer Rettung um.

Fräulein Ellrich verſtand abermals nicht, ſondern ziſchelte vertraulich:„Mich haben ſie in den Messager de Paris geſetzt“—„Sind Sie d'rinnen ſitzen ge⸗ blieben?“ fragte Cäcilie ernſthaft.—„Es iſt ja kein Gefängniß, ſondern ein Blatt,“ erläuterte Fräulein Ellrich.—„Oh!“ ſagte Cäcilie.„Und es hat Folgen, wenn man hineingeſetzt wird?“—„Die Folge, daß