Teil eines Werkes 
1. Th. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

ſagte ſie:„Das werd' ich Ihnen ſagen können, wenn ich Sie mir ſelbſt erſt klar gemacht habe. Vorläufig hab' ich nur die Empfindung, Sie müßten gerade dieſen melancholiſchen ehernen Menſchen recht ausprägen.“— „Sie meinen, es ſei das Metall dazu in ihm?“ gab Grunow dazu. Devries dankte mit einem Neigen des Hauptes, Cäcilie trank ihre Taſſe Thee leer.

„Wie können Sie nur ſo unbefangen mit ihm

ſprechen!“ ſagte eine der beiden Damen, Fräulein von

Wartensleben, welche ſich neben Cäcilie geſetzt hatte.

„Mit wem?“ fragte Cäcilie lächelnd zurück.

„O, mit Devries! Mit Grunow will ich ſelber es thun, aber nicht mit Devries!“

„Warum ſoll es etwas ſo Großes ſein, mit Herrn Devries unbefangen zu ſprechen?“

„Sie haben ihn wohl noch nicht ſpielen ſehen?“

„Ich ſagt' es eben Frau Dr. Grunow.“

„Das erklärt es. Wenn Sie ihn erſt ein Mal, geſehen haben, werden auch Sie von der Macht ſeines Genius wie vernichtet ſein.“

„Bless me!“ ſagte Cäcilie verdutzt. Sie hatte ſich dieſen Ausruf von einer alten Engländerin angewöhnt, die einſt mehrere Monate auf dem Rheinſchlößchen der Eltern zugebracht hatte und bei jeder Veranlaſſung ſegnete. Cäcilie that es nur, wenn ſie über etwas ehrlich