Teil eines Werkes 
1. Th. (1863)
Entstehung
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Ihnen an mir disciplinirt erſchienen iſt, das iſt nichts als eine unſägliche Scheu, mich zu offenbaren, wie ich eigentlich bin.“—„Da ſympathiſiren wir,“ nahm, als ſie ihrerſeits innehielt, Grunow wieder das Wort,„denn auch ich könnte ganz Anderes geben, wenn ich mich ſelbſt gäbe, und auch ich ſcheue mich. Man hat zur Ermü⸗ dung wiederholt, daß mein ganzes Schaffen reine Ver⸗ ſtandesoperation ſei, darin irrt man unſäglich: ich ſchreibe Alles aus dem Herzen, Alles mit Paſſion, aber ich habe mir den Verſtand gleichſam als Polizeibeamten hinge⸗ ſtellt, der das Herz immer zügeln muß, immer Ruhe gebieten.“—„Warum?“ fragte Cäcilie melodiſch.

„Warum?“ wiederholte er überraſcht.„Wahr⸗ ſcheinlich um mich nicht der Maſſe preiszugeben mit den Wunden und Leiden, die ich jetzt in mir verhehle.“ —„Und warum wollen Sie ſich nicht preisgeben? Man würde Sie lieben, während man Sie jetzt nur ſchätzt.“

„Und bemitleiden.“—„Nein, man bemitleidet wegen erlittenen Leiden nur den Schwachen und Er⸗ legenen, den Starken, der die Leiden überwindet und bindet, liebt man.“

„Sie wollen wie ein Frühlingswind die Eiskruſte um mein Herz aufthauen,“ ſprach Grunow, gerührter in der Seele, als er ſich ſeit langer Zeit gefühlt hatte,