luftigem Laub, Pappeln, Ahorne und Akazien, ver⸗ ſchleierten die vordern Räume des Gartens, der ſich hinter dem Schloſſe mit Raſenplätzen und Strauchgruppen bis zu dem Berge zog, dieſer umfaßte die ganze Bucht. Die Wellen des blühenden Weines wogten an ihm empor bis zum Gipfel, wo ſich aus ihnen verwittert und epheugrün ein runder Thurm erhob, der letzte Reſt einer Burg. Die erſten vierzig Schritte hinauf bis zwiſchen die Reben hinein lagen prachtvolle Baſalt⸗ blöcke. Weiße Violen umblühten die untern. Um das Dunkel der Felſen her ſchimmerten ſie wie roſiger Schnee. Es war eine künſtleriſch⸗abgeſchloſſene, voll⸗ kommen ausgemalte Rheinanſicht.
Aus dieſem wundervollen Haine, welcher einem Ge⸗ dichte von Heine glich, wollte die Tochter fort. Nicht weil ſie dem Geliebteſten folgen wollte, allein, frei, emancipirt, um das Wort zu ſagen. Weil es ihr hier zu eng wurde, weil es ihr zu gut ging, weil ſie nicht wirken konnte. Mit einer Legion von Gründen belegte ſie die innere Ungeduld, welche ſie eine Miſſion taufte. „Ich hab' eine Miſſion,“ ſagte ſie.
„Du haſt eine Unruhe,“ ſprach die Freundin des Hauſes und der jungen Dame, die Präſidentin von Amſtetter, welche mit ihr am Gitter ſtand und auf den Strom ſah, der abendlich licht wurde.„Du haſt


