Erſtes Capitel. Am Rheinufer.
Das Schloß, die Villa, das Landhaus, wie man es nennen wollte, ſtand in einer Bucht am Rhein. Es war wohl mehr Schloß als Landhaus, wenigſtens ſchloßähnlich gebaut. Mit Thürmchen, Zinnen, Erkern, der ganzen altneuen Rheinarchitektur. Wenn man's⸗ am Rhein nicht glaubt, daß man mitten in der Gothik lebt, ſo iſt es ſicher nicht die Schuld der Architekten oder Maurermeiſter. Das Schloß, von dem die Rede iſt, machte keinen Anſpruch darauf für alt angenommen zu werden. Es that nur gothiſch, weil es eben neu war. Die Lage war herrlich. Die Straße trennte es von dem Kieſel⸗ und Weidenufer unſers ſchönſten Stromes. Bäume, die noch jung, aber doch ſchon ſtatt⸗ lich gewacſſen waren, ſchnell aufſchießende Bäume mit
Ida von Düringsfeld. Die Literaten. I. 1 1


