Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

211

Sie war betaͤubt, erhielt ſich aber doch aufrecht; ſie weinte dann unaufhaltſam, ohne jedoch in laute Klagen auszubrechen. Endlich ſetzte ſie ſich nieder, rief die Kinder um ſich her, und ſagte ihnen, daß ſie nun keinen Vater haͤtten; zugleich druͤckte ſie mit einem Arm das kleine Kind, das an ihrer Bruſt lag, mit ſolcher Heftigkeit, daß es ſchrie, und ſie um⸗ ſchlang mit dem andern die beiden aͤltern Kinder, deren Wehgeſchrei laut ausbrach, als ſie ſich an ihre zerriſſene, aber reinliche Kleidung hingen. Nach Ver⸗ lauf eines kleinen Zeitraumes erſuchte ſie Pierce, ihr die Todesart ihres Sohnes zu berichten, und als er ihr gehorchte, uͤberzogen Wuth und Rache ihr Geſicht; doch, als er den letzten Theil des Auftrags erwaͤhnte, den der ſterbende Terenz ihm gegeben, trocknete ein triumphirendes Gefuͤhl die Thraͤnen von ihren Wan⸗ gen, und die verwittwete und kinderloſe alte Frau fragte in einem ernſten Tone:—

„Ich hoffe, er ſtarb benetzt mit dem Blute der Verraͤther?“

„Er ſtarb ſo,— ich ſah das Blut naß an ſei⸗ nen Haͤnden.“

„Dann ſtarb er, wie ich ihn zu ſterben wuͤn⸗ ſchen konnte! Und keine Thraͤne,“ fuhr ſie fort als ſie aufſtand,„keine Thraͤne mehr ſoll je von der Mutter Auge fließen, das fruͤhe Grab ihres Terenz zu be⸗ netzen.“— Hierauf ergriff ſie ein hoͤlzernes Gefaͤß mit Waſſer, loͤſchte die Aſche des Feuers aus, nahm Eins der Kinder bei der Hand, winkte das Andere zu