leidenſchaftliche Weſen abgewöhneſt. Nur Gedult und kalte Beſonnenheit bahnt dir den Weg zur „Wiſſenſchaft. Deine ungeſtümme Leidenſchaft er⸗ mordet den Egyptier, und durch dieſe zerſchlugſt du auch die Geſetztafeln des Herrn.“
Moſes, der erſtannte, daß Schiras, die⸗
ſer erhabene und von Gott erkohrne Weiſe, Alles voon ihm ſo genau wußte, verſprach alle mögliche
Beſſerung. Als ſie ſich auf ein Schiff begaben, um
ihre Reiſe fortzuſetzen, war das erſte, was dem Moſes auffiel, daß ein kleines Voglein auf dem Maſtkorbe ſaß, und zwitſchernd ein Tropfchen Waſ⸗ ſer ins Meer fallen ließ. Moſes freagte ſogleich, was dieſes zu ſagen und zu bedeuten habe; denn er wußte wohl, daß in der Welt nichts geſchehe ohne Sinn und ohne Bedeutung. Schiras antwortete: „Menſchliches Wiſſen iſt in Vergleich der Wiſſen⸗ ſchaft Gottes noch winziger, als dies Tröpfchen Waſſer in Vergleich mit dem Meere; dieſes ſagt das Zwitſchern des Vogleins.“
Als ſie mehrere Tage auf dem Meere herum⸗ gefahren waren, erblickten ſie endlich den lange er⸗ ſehnten Hafen. Alles freute ſich denſelben noch
vor Nacht zu erreichen. Kaum war das Schiff vor
demſelben, als ſich ein gewaltiger Sturm erhob, und daſſelbe zum Schrecken der Schiffsleute in das weits Weltmeer trieb. Wie


