niger ſie in ihre Wohnung gaſtfrei aufgenommen und gekleidet hätte, ſie verließ nun nicht die Thür ihres Hauſes, ſie wartete faſt täglich und ſtündlich, in der Hoffnung, der ihr bezeichnete Fremde werde bald wieder vorüber gehen. 1
Nach ohngefähr einem Monat ward ſie endlich ihres Wunſches theilbaftig. Mit offenen Armen floh die Habſüchtige dem Vorübergehenden zu, bat ihn freundlich bei ihr ſeine Herberge zu nehmen, und als er ſich willig zeigte, führte ſie ihn in ihre Wohnung. Man kann denken mit welchem Ueber⸗ fluß von Speiß und Trank er hier umringt wurde. Der Geſättigte ward nun auf ſein Verlangen nach Ruhe in ſein Schlafzimmer geführt, wo er auf ei⸗ nem weichen Lager bis zum Morgen ruhete. Kaum war er erwacht ſo eilte die Wirthin zu ihm:„Lieber Gaſt ſprach ſie,“ mit Bedauren habe ich das grobe Leinen deines Hemdes geſehen; ſieh, ich verfertige dir ein feineres, und gern habe ich dieſe Nacht ſchlaflos zugebracht, um es noch vor Tag zu vol⸗ lenden. Nimm es gütig an. 1
Der Gaſt weigerte ſich nicht der Annahme. Nachdem derſelbe mit einem guten Frühſtück im
Ueberfluß verſehen war, nahm er Abſchied von ihr.
Er dankte für die Gabe und ſchloß mit gleichen Worten: „Wenn ich geſchieden bin, dann muͤſſe dein erſtes Be⸗
ginnen nicht aufhören, bis die Sonne untergeht!ℳ Die
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