Teil eines Werkes 
2 (1818)
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wovon ſie ihrem Gaſt das Hemd abgeſchnitten hatte. Sie wollte es in den Kaſten wieder verwahren. Wie viel Ellen, dachte ſie jetzt, mögen wohl noch da ſeyn? Sie öffnete die Rolle, und fing an, das Lei⸗ nen an ihrem Arm zu meſſen. Sie maß und maß, und maß immer fort, die Rolle Leinen entwickelte ſich unaufhörlich, ohne daß ſie dünner wurde. Das Stübchen faßte bald nicht mehr das ausgemeſſene Leinen, und die Witwe, die ſich jetzt der letzten Worte des ſcheidenden Fremden dankbar erinnerte, ſetzte mit frohem Gemüthe ihre Arbeit fort, ſie war gezwungen, als das Stübchen gedrängt voll war, auf den Vorplatz zu gehen, und am Ende gar auf den Hof, bis endlich die Sonne unterſank und die

Rolle zu Ende war, ſie war jetzt nach ihrer Art

eine reiche Frau.

Sie eilte nun ins Dorf und erzählte daſelbſt einer Verwandtin, welche eine wohlhabende Frau

und auch Wittwe war, ihr ſonderbares Glück. Die

Verwandtin ging mit ihr zurück um es zu ſehen, mit neidiſchen Augen überzeugte ſie ſich von dem Glück dieſer armen Witwe. Als die reiche Frau ſie frug, verhehlte ihr dieſe nicht auf welche Weiſe ſie zu dem Reichthum gekommen ſey. Hal dachte ſie, bedarf es nur das, ſo will ich auch wohl reich werden, und noch reicher. Sie, die ſonſt den Ar⸗ men kaum einen Biſſen Brod gereicht hatte, vielwe⸗ niger

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