kam er Abends ſpät an einen Gaſthof, der voller Fremden war, Er ſprach den Wirth um eine Her⸗ berge an; dieſer aber, der gleich auf den erſten Blick ſah, daß von ihm nicht viel zu gewinnen wäre, oder der ihn wohl gar für einen verdächti⸗ gen Menſchen hielt, ſchlug es ihm rund ab, und ſagte:„Meine Zimmer ſind alle beſetzt! Ich kann euch nicht beyerbergen; ihr müßt euren Stab wei⸗ ter fortſetzen bis zum nächſten Dorfe.“ Franz den dies verdroß, weil er wohl merkte, daß der Wirth ihn für einen Landſtreicher und diebiſchen
Geſellen hielt, drehete ſich um, und ſtieß im Unwil⸗
len einige harte Worte aus, von denen der Wirth etwas hörte. Dieſer rief ihn wieder zurück, und ſagte:„Hort! ein Lager will ich euch wohl verſchaf⸗ fen. Dort oben im Schloſſe ſind Zimmer genug, und ich habe die Schlüſſel dazu. Es wird nicht bewohnt, weil eine alte Sage geht, daß Geiſter darin hauſen; aber ich glaube nicht, daß das Ge⸗ rede wahr iſt. Seitdem ich hier wohne, habe ich nie etwas davon geſpürt. Marder und Katzen mö⸗ gen vielleicht manchmahl des Nachts ſich darin ja⸗ gen und poltern; aber Geiſter— wer wollte heuti⸗ ges Tages noch ſo abergläubiſch ſeyn!“ Franz der herzlich müde war, und hity nicht anders unterkommen konnte, dachte, eß möchte wohl wieder ſo ein Gerede ſeyn, wie das von dem bie⸗


