Teil eines Werkes 
2 (1818)
Einzelbild herunterladen

2

Dieſe armſelige Wohnung, die zu dem Glücke der beiden Einſiedler genug war, beſtand blos aus eng in einander geflochtenen Baumzweigen mit Stroh belegt. Michel hatte eine Schaufel, fünf höl⸗ zerne Löffel, und einen guten Vorrath von Schaaf⸗ fellen herbei geſchafft, und auſſerdem etwas Flachs für Jakobine, die ein Spienad beſaß, und das Spinnen ziemlich gut verſtand. Auf dieſe Art hatten ſie ihr ganzes Spargeld von neun Livres und zehn Sou angelegt Michel machte ſich ſeiner Seits ebenfalls einige Beſchäftigungen; er fing mit Schlingen kleine Vögel, ſuchte die ſchönſte Wald⸗ beeren oder Haſelnüſſe aus und trug ſie nach der Abtei; am Ende des Monats konnte er ſogar ſchon das Garn verkaufen, welches Jakobine geſpon⸗ nen hatte, und dies gewährte ihnen ein kleines ſpärliches Einkommen, denn Jakobine war ſtets arbeitſam und thätig⸗

So ging der Sommer vorüber, im Spätjahr

1 ſegnete ſie der Himmel mit einem geſunden Mäd⸗ chen, welches die Mutter ſtillte. Aber auch der Winter kan zuletzt, und trotz der warmen Schaaf⸗ felle ſchien der Auffenthalt in der Hütte jetzo weni⸗ ger angenehm, beſonders auch derum, weil es nun keine Himbeeren, keine Haſelnuſſe und ſonſt teine Waldfrüchte mehr gab.

Gleichwohl ertrug die Familie die Kälte leichter