Teil eines Werkes 
2 (1818)
Einzelbild herunterladen

—

— ³8&

8

—

ſich wieder auf den Weg; als ſie einige Zeit in

weiſe von keinem Kummer beunruhiget, den ihre Einbildung und der Blick in die Zukunft ihnen hätten verurſachen können. Wie Kinder hingen ſie blos an der Gegenwart, und die Zukunft war für ſie mit einem ſo undurchdringlichen Schleier bes deckt, daß ſie auch den nächſtfolgenden Tag nicht 8 ſahen. Vor ihrem Abſchiede aus der geliebten Hütte hatten ſie noch ein reichliches Mittagsmahl zu ſich genommen, und befriedigten ſich daher leicht bei ihrem ſparſamen Abendeſſen. Sie unterhielten ſich mit nichts, als mit ihrem Kummer über den Tod des guten Anſelm, und mit ihrer Liebe für ſeine Kinder, die ſie hatten verlaſſen müſſen.

Sie wanderten fort in ihren Geſprächen, wohin der Zufall ſie führen mochte, und verirrten ſich in dem Walde. Als ſie müde waren, ſetzten ſie ſich unter einem Baume nieder. Es war im Juli. Als ſich der Tag anfing zu neigen, ſagte das eine Kind 4 daß es Hunger habe, und die Andern forderten gleich⸗ fals Brod. Michel hatte einigen Vorrath in ei⸗ nem Querſacke; er theilte ihn treulich mit ſeiner Frau und Kindern. Nach der Abendmahlzeit wurde beſchloſſen, die Nacht in dem einſamen Gehölze zu⸗ zubringen. Als ſie, durch einen guten Schlaf ge⸗ ſtärkt, erwachten, ſahen ſie ſchon die Spitzen der Bäume von der Sonne vergoldet. Sie machten

dem