— 4—
kelkeit als etwas Wirkliches erſcheinet.— Das reine, wahre Glück kehrt nur im Geleite weiſer Genügſamkeit und Zufriedenheit in unſer Herz. Nützte doch der Menſch der Welt ſo olel als er vermag, in dem Wirkungskreiſe, auf dem Stand⸗ punkte, den das Schickſal, nicht aber ſein Ehrgeiz, ihm anweißt. Ja, nur der Tugendhafte genießt froh und dankbar den mäßigen Theil der Glücks⸗ güter der Welt, den ihm Gott verleihet. Ach, ſtrebte doch der Menſch nicht mit ängſtlichen Sor⸗ gen nach mehreren Glücksgütern; denn über das
Streben verliert er ſo leicht den Genuß derer, die
er wirklich beſitzt. Wen der Ewige mit Reichthum überſchüttet, oder zu hohen Ehrenſtellen berief— er iſt mehr zu bedauern als zu beneiden; ihm zeigt ſich ſelten das wahre Glück in ſeiner eigenen Ge⸗
ſtalt.*) Ein eigner Herd, ein gebildetes, tugend⸗
baftes Weib, gut gerathene Kinder, ein treuer Freund, was vermag der größte Reichthum, die höchſte Ehrenſtufe Köſtlicheres zu gewähren? Und doch kann faſt jeder, der nur will, wenigſtens drei von den obigen Gütern erhalten, da hingegen Reich⸗ khümer und Ehrenſtellen nur Wenigen zu Theil weerden können und ſelten hlücklich machen.
Nicht die Kenntniß des Böſen und Guten mangelt
dem Reichen und Großen der Erde, aber den mei⸗ ſten mangelt die Kraft, dieſer Kenntniß zu folgens⸗ Jghre Leidenſchaften ſind ſtaͤrker als die Vahrhen. “ und


