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Unter dieſen Umſtänden war wiederum ein Jahr verſtrichen. Da empfing Sabine eines Tages einen Brief. Die Hand, welche die Auf⸗ ſchrift gemacht hatte, war ihr fremd. Zu ihrem freudigen Erſtaunen erkannte ſie aber, als ſie den Brief öffnete, Julius Schriftzüge. Ach! wie pochte da das liebende Herz, und wie ward es von Wehmuth erfüllt, als ſie nun die Reue erkannte, von der Julius über ſein früheres Leben, über des Vaters ſchwere Beleidigung, über ſeine Herabwürdigung der Kunſt und des Va⸗ terlandes ergriffen war,— als ſich der Schmerz ihr offenbarte, der das ganze Gemüth ihres fer⸗ nen Freundes peinlich durchdrang, bei dem Ge⸗ danken, daß der Vater ihn verachte und daß deſſen Fluch dräuend über ſeinem Haupte ſchwebe! Der Brief war aus einem kleinen italieniſchen Städtchen, nahe der Grenze Deutſchlands ge⸗ ſchrieben. Nicht eher werde er den Boden des Vaterlands wieder betreten— ſo ſchloß Julius — bis des Vaters Verzeihung ihm ſeine Ehre zurückgegeben habe und ihm wieder vergönnt ſey,


