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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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ger keineswegs der berühmte Signor Giulio Landrini, ſondern nur ein obſcurer Deutſcher ſey, der Sohn eines Stadtmuſikanten, der ſich fälſchlich für den trefflichen Italiener ausgegeben. Auch die Sängerin wurde in ihres Begleiters Verdammungsurtheil miteinbegriffen und ebenſo⸗ wohl für eine Betrügerin erklärt. Beide Mei⸗ nungen waren zu voreilig und hart; ſchon ſeit langer Zeit hatte Julius ſich der reiſenden Signora zugeſellt und unter dem Namen ihres Bruders dieſen durch ſeine Kunſtleiſtungen be⸗ rühmt gemacht. Außer ihm exiſtirte kein anderer Geiger dieſes Namens. So ſehr nun auch ein⸗ zelne Anweſende die Verſammlung durch die Ver⸗ ſicherung zu beruhigen ſuchten: die Konzertgeben⸗ den ſeyen in der That dasſelbe Geſchwiſterpaar Landrini, welches ſie bereits an dieſem oder jenem Orte gehört und kennen gelernt; ſo wenig ward bei der allgemeinen Empörung über die, von des Virtuoſen Vater ſelbſt aufgedeckte Täu⸗ ſchung, ihre Stimme gehört. Nach einer kurzen Verabredung unter den Vornehmſten der gegen⸗

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