— 268—
wunderern fuͤhren konnte, Renata aber hatte ſich des jungen Lamms Eroberung feſt vorge⸗ ſetzt, und ging nun ihrerſeits faſt angreifend zu Werke. So ſollte auch am heutigen Abende der wehmüthige Abſchied gleichſam das erſte Gewebe eines Liebesbandes für die Zukunft geben. Sa⸗ bine wußte wohl, daß des Vetters Herz gegen die Reize der Rathstochter ſtark gepanzert war; aber ach! das Geld— das leidige Geld, das
eenn. in Haufen beſaß, hatte das nicht ſchon
der ſo manches ſpröde Herz triumphirt? Und was konnte Sabine, die arme Weiſe, dage⸗ gen in die Wagſchale legen? Nichts. Nicht ein⸗ mal des Jünglings Liebe, der ſie als eine alte gewohnte Hausgenoſſin und Verwandte immer gleichgültig behandelt hatte.
Dieſe Gedanken flogen ſchnell durch Sabi⸗ nens anmuthiges Blondköpfchen, das ſie in die rechte, auf der Fenſterbank ruhenden, Hand ge⸗ ſtützt hielt. Da horchte ſie plötzlich ſcharf auf. Starke männliche Tritte ertönten dem Hauſe nahe.
Er kommt, er kommt! rief ſie ſo lebhaft,


