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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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zudringlicher Verliebtheit oft unzart berührt wurde. Renata war die erſte Sängerin des Orts, und verſammelte als ſolche in den Liebhaberkonzerten immer einen Kreis bewundernder Verehrer um ſich. Sie hatte einſt den Unterricht einer italie⸗ uiſchen Prima Donna, die Schulden halber von Renatens Oheim, dem Gaſtwirthe, einige Monate lang im Städtchen feſtgehalten urde, nicht ohne Vortheil genoſſen. Ihre Stimme war

verblüht, ihr Vortrag veraltet, aber ſie aane

ſich durch allerlei Ränke und beſonders ihr

Vaters Anſehn, auf dem einmal eingenommenen Platze zu behaupten. Ihrer künſtleriſchen Fähig⸗ keit bei öffentlichen Leiſtungen zu huldigen, ge⸗ hörte einmal zum guten Tone, und Julius machte denn auch dieſe Modethorheit mit. Als er aber zu bemerken glaubte, daß Renata ſeine Annäherung ernſter beachte, als die der übrigen jungen Leute, da zog er ſich ſchnell zurück aus dem Bereich der Sechsundzwanzigjährigen, und mied ſo viel als möglich jede Gelegenheit, die ihn in den Zauberkreis von Renatens Be⸗