— 59—
ſchrick nicht, wenn ich Dir eine traurige, ent⸗ ſetzliche Nachricht in die Stadt hineinſchreibe; aber, Du wirſt ſehn: jemand, den Du doch im Stillen lieb haſt, wenn Du gleich faſt zu jung⸗ fräulich blöde gegen ſeine Neigung Dich bewie⸗ ſen, wird Deinetwegen in groß Unglück kom⸗ men. Ich ſage nichts weiter, um Dir's Herz nicht ſchwer zu machen. Noch ein Schmatz! Nun lebe wohl!»
Die Frau Muhme multiplizirte den Schmatz ins Unendliche, band dem Boten noch einmal das Goldnichtchen auf die Seele und kehrte dann lautſchluchzend nach ihrer Waldwohnung zurück.
16.
Die letzten Worte der Muhme hatten Claͤr⸗ chen mit großer Beſorgniß erfüllt. Sie dachte in dieſem Augenblicke nicht an Georg und daß die Förſtersfrau unter dem jemand, den die Nichte im Stillen lieben ſollte, dieſen gemeint haben könne; nur Heinrich lag dem Maͤdchen im Sinne und auf dieſen bezog ſie deshalb auch die unheildrohende Aeußerung der Frau Muhme.


