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den ganzen Umfang ihrer ſchrecklichen Lage zu er⸗ kennen.
Guido blieb in ſich gekehrt und ſprach kein Wort. Eine dumpfe Verzweiflung hatte ſich ſeiner bemäch⸗
tigt. Der Prieſter dagegen ergoß ſich mit aller In⸗ brunſt eines Gott und ſeine Vorſehung verehrenden Gemüthes in laute, feurige Gebete, welche theils um Erlöſung aus der Macht der Böſewichter, theils um deren Beſſerung und Verzeihung an dem Throne des Ewigen flehten.
Plötzlich unterbrach der Geiſtliche ſich ſelbſt in ſeiner Andacht und ſprach mit ermahnender Stimme zu Guido, deſſen innerer Schmerz um die Geliebte ſich in ein lautes und heftiges Weinen aufgelöst hatte:
„Warum vergießeſt du Thränen und ergibſt dich der Verzweiflung? Sind nicht die Haare gezählt auf deinem Haupte von dem Allmächtigen und kann auch ein einziges von ihnen verloren gehen, ohne ſeinen Willen? Vertraue auf ihn! Im feſten Ver⸗ trauen auf Gott ſtaͤrkt ſich deine Seele und ermu⸗ thigt ſich, das Gräßlichſte zu ertragen. Siehe! von Natur bin ich furchtſam geboren; durch frühe Er⸗ ziehung den Wallungen des Muthes entfremdet wor⸗


